Klein aber sehr fein: Calanthe succedanea

Calanthe succedanea by Eike Jauch

Calanthe succedanea gehört zu den laubabwerfenden Calanthen (Prepthante) und kommt in Thailand, Kambodscha, Laos und Vietnam vor. Dort wächst sie in Höhen zwischen 200 und 1000 Metern. Sie wurde 1931 erstmals beschrieben und bleibt im Verhältnis zu anderen Calanthen klein. Sie gedeiht im temperierten bis warmen Bereich – bei mir ganz normal auf der Fensterbank eines Westfensters, gut schattiert gegen pralle Sonne.

Sie verliert ihr Laub bevor sie zum Blühen kommt. Der Blütenstängel ist 18 – 30 cm lang und flauschig behaart. Die Blüten sind klein, aber sehr interessant sowohl in Form als auch Farbgebung. Auffällig ist auch der im Verhältnis zur restlichen Blüte sehr langen Sporn.

Calanthe succedanea Samenkapsel by Eike Jauch

Die Samenkapsel ist wie der Fruchtknoten der Blüte behaart und um die 2 cm lang. Die Sepalen und Petalen bleiben in getrocknetem Zustand an der Spitze der Samenkapsel stehen.

Ich halte meine Calanthe succedaneae nach dem Blattwurf völlig trocken und eher kühl. Erst wenn sich der neue Trieb zeigt wird wieder gegossen – und die Düngung dem Wachstum des Neutriebs angepasst.

Es gibt zwei weitere Arten, die der Calanthe succedanea sehr ähnlich sind: Calanthe cardioglossa und Calanthe hirsuta. Auch gibt es Quellen, welche die Blütenfarbe von Calanthe succedanea als weiß beschreiben. Mir scheint es, dass es von Calanthe succedanea ebenfalls mehrere Varietäten gibt, ähnlich wie bei Calanthe vestita.

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Noch eine Varietät der Calanthe vestita?

Calanthe vestita rosa by Eike Jauch

Heute komme ich mit noch einer Calanthe vestita Varietät um die Ecke: Diese rosa blühende Calanthe vestita fällt durch ihre nur teilweise rosa gefärbten Kelchblätter auf. Der Rest der Sepalen ist weiß. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob ich hier tatsächlich eine Varietät der Calanthe vestita vor mir habe, oder ob es sich doch um eine Hybride der Calanthe vestita handelt.

Je mehr ich mich mit den laubabwerfenden Calanthen beschäftige, desto mehr habe ich das Gefühl, dass es sehr schwer wird, einzelne Arten von Hybriden zu unterscheiden. Dennoch freue ich mich an der Schönheit dieser langlebigen Blüten, und daran, wie vielfältig sich Calanthe vestita präsentiert.

Diese Pflanze habe ich erfolgreich für  Hybridisierungen mit Phaius verwenden können – die Jungpflanzen wachsen gerade bei mir heran. Ich bin sehr gespannt, wie stark die F1-Generation in ihrem Erscheinungsbild streut. Eine starke Variabilität im Phänotyp der F1 würde mich darin bestärken, obige Pflanze als Hybride anzusehen. Eine recht uniforme F1 hingegen spräche eher dafür, dass es sich um eine Varietät der Calanthe vestita handelt.

 

Gastrorchis pulchra var. alba

Gastrorchis pulchra var alba by Eike Jauch

Wird die Bildung des roten Blütenfarbstoffs unterdrückt, dann zeigt eine Gastrorchis pulchra nur ein dezentes Gelb auf weißem Grund: Gastrochis pulchra var. alba. Der vierteilige, flache Callus und der obere Rand der Lippe weisen noch eine Gelbfärbung auf, der Rest der Lippe ist rein weiß. Die ganze Ästhetik der Blütenform bleibt erhalten, obwohl die Blüten meiner alba-Varietät deutlich kleiner als die der vollgefärbten Wildform sind. Diese habe ich am 10. Februar diesen Jahres vorgestellt. Ob das am genetischen Hintergrund liegt oder schlicht und einfach an der Größe / dem Alter der Pflanzen kann ich im Moment noch nicht sagen.

Gastrorchis pulchra var. alba wurde bereits für mehrere Hybridisierungen verwendet. Sehr hübsch anzusehen sind die Hybriden aus Phaius tankervilleae var. alba (hier im Blog am 4. Januar 2018 gezeigt als Phaius bernaysii) und Gastrorchis pulchra var. alba. Diese Gastrophaius Queen Margrethe konnte ich am 13. Januar 2018 vorstellen.

Wird die Gastrorchis pulchra var. alba mit Calanthe triplicata gekreuzt, eine Kreuzung, die im Beitrag vom 18. Januar zu sehen ist, dann entsteht eine Gastrocalanthe-Hybride mit sehr offener Blütenform und reinweißen Blüten, die aber noch das Gelb des Gastrorchis-Callus zeigt.

Eine dritte Hybride der Gastrorchis pulchra var. alba konnte ich hier ebenfalls schon zeigen: Gastrorchis Georges Fleurié. Der zweite Kreuzungspartner ist hier Gastrorchis humblotii var. schlechteri. Im Beitrag vom 17. Januar ist diese schöne Pflanze zu sehen.

Ob es darüber hinaus noch Hybriden gibt, die von Gastrorchis pulchra var. alba abstammen, entzieht sich meiner Kenntnis.

Tipp: Orchideen im Winter versenden

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Jetzt ist er doch noch gekommen, der Winter mit seinem Weiß, seiner Kälte und seiner wichtigen Funktion für die Natur. Schnee liegt, so dass die Gartenpflanzen unter ihrer Winterbettdecke einigermaßen geschützt sind. Heute morgen zeigt das Thermometer minus 7 Grad Celcius – eindeutig zu kalt für den Orchideenversand. Zwar habe ich schon die Phaius, die ich auf die Reise schicken möchte, aussortiert, verpackt werden sie aber erst kurz vor Versand. Gerade bei Kälte sollte das Substrat abgetrocknet sein, damit die Wurzeln nicht in eine kalte Nässe gebettet liegen. Die ganze Pflanze wird mit mehreren Lagen Zeitungapapier umwickelt, so dass sich auf diese Art ein kleiner Luftraum um die Pflanze bildet, der keinen direkten Austausch mehr mit der Luft des Pakets macht. Damit die Orchidee während des Versands nicht gestaucht werden kann befindet sich im Topf ein Bambusstab, der der Länge des Pakets entspricht. Um das Zeitungspapier wird Luftpolsterfolie gewickelt, damit eine zusätzliche Isolierung der Orchidee gewährleistet wird. Die so verpackte Phaius kommt nun in einen großen Paketkarton, der mit Füllmaterial, viel locker zerknülltem Zeitungspapier, gefüllt ist. Auch die Lufträume zwischen dem Zeitungspapier wirken wie eine zusätzliche Isolation. Um die Temparatur im Paket für die nächsten 2 Tage im guten Plusbereich zu halten, gebe ich ein bis zwei Heatpacks in das fluffige Füllmaterial. So haben letzte Woche sogar zwei Phaius tankervillea var. alba ihre Reise bis in den Norden Frankreichs völlig unbeschadet überstanden – obwohl sie eine Woche unterwegs waren!

Allerdings achte ich darauf, dass die Temperaturen nachts nicht unter den Gefrierpunkt wandern – heute ist es also definitiv zu kalt für einen Versand. Bereits übermorgen sollen die Nachttemperaturen über null Grad liegen – dann gehen die Pflanzen auf ihre Reise.

Für Sie gelesen: Calanthe Grouville und Calanthe rubens als Gartenpflanzen

Eine Erfahrung, die wir im kalten Deutschland so nicht machen können, ist die Haltung von laubabwerfenden Calanthen im eigenen Garten. Ich habe im Internet einen Beitrag von Ricardo Valentin aus Puerto Rico gefunden, der in englischer Sprache abgefasst wurde.

Meine „Übersetzung“ lehnt sich an den Text von Ricardo Valentin an, ohne eine wortgetreue Wiedergabe des Orginals zu sein. So hoffe ich Ihnen das Wissen von Ricardo Valentin zugänglich zu machen.

„Im neunzehnten Jahrhundert wurden Arten der Gattung Calanthe in England nicht nur häufig gepflegt, sondern auch sehr bewundert. Die erste Orchideen-Hybride, die zum Blühen gebracht wurde, war eine Calanthe Dominyi, gekreuzt aus Calanthe masuca und Calanthe furcata. Heutzutage ist es gar nicht mehr einfach, Calanthe-Hybriden zu erwerben, da sie fast vollständig vom Markt verschwunden sind. Sucht man allerdings intensiv genug, so kann man immer noch fündig werden. In Puerto Rico war Calanthe nie eine wirklich häufig kultivierte Orchideengattung, weshalb die meisten Orchideenfreunde mit ihrer Pflege nicht richtig vertraut sind. Nachfolgender Bericht soll helfen, Wissen um die Kultivierung von Calanthe weiterzugeben.

Zwei Gruppen werden innerhalb der Gattung Calanthe unterschieden, die Laubawerfenden und die Immergrünen. In Puerto Rico werden die immergrünen Arten nicht angeboten, weshalb sich der Bericht auf laubabwerfende Calanthen beschränkt: Calanthe rubens und Calanthe Grouville.

Calanthe rubens zeigt über ein paar wenige Wochen seine kleinen rosa Blüten an einem aufrecht stehenden Blütenstängel. Calanthe Grouville, eine Hybride, zeigt weiß-rote Blüten, die etwas größer als die der Calanthe rubens sind. Mit zunehmendem Alter können sich diese Blüten ins Rosarote verfärben. Die Blüten der Calanthe Grouville öffnen sich über Monate an einem einzelnen Blütenstängel, der am Grund der Pseudobulbe entspringt.

Vermutlich ist es der Wechsel zwischen Wachstumsphase und Ruhezeit, der viele Orchideenliebhaber durcheinander bringt, wenn sie eine Calanthe rubens pflegen. Die Pflege dieser Art unterscheidet sich deutlich von der Pflege epiphytischer Orchideen wie Cattleya, Dendrobium und Phalaenopsis. Irritierend an der Pflege von Calanthe rubens ist die Tatsache, dass diese Pflanze während der Ruhezeit sowohl ihr Blattwerk als auch ihr Wurzelwerk verliert. Die schönen Blätter beginnen sich zu verfärben, zu welken und werden abgestossen, wenn die Pflanze kurz vor dem Blühen steht. Mit dem Öffnen der ersten Blüte fallen sie dann ab. Obwohl man dies als Orchideenliebhaber als ein Zeichen von Krankheit deuten könnte, ist dieses Verhalten bei einer Calanthe rubens völlig normal. Manchen Orchideenhalter mögen sich daher von Calanthe rubens abwenden, weil diese halt nicht mit makellos schönem Laub, sondern lediglich mit nackten Bulben ihre Blütenpracht zeigen.

In Puerto Rico fällt die Blütezeit von Calanthe rubens auf den Beginn des Jahres, also in den Januar und Februar. Zu diesem frühen Zeitpunkt des Jahreszyklus besteht Calanthe rubens typischerweise aus einer alten Pseudobulbe, die bereits im letzen Frühjahr geblüht hat, und einer frischen Pseudobulbe, an der sich der aktuelle Blütenstand zeigt. Sie hat weder Laub noch Wurzeln, und das Speicherorgan Pseudobulbe liefert der Pflanze alles, was sie zum Blühen braucht. Zu dieser Zeit kann die Pflanze vorsichtig gewässert werden, aber es scheint, dass sie auch völlig trocken gehalten werden kann. Gewässert wir lediglich um zu verhindern, dass die Pseudobulben zu sehr verschrumpeln. Am Ende der Blütenzeit erscheint am jüngsten Pseudobulbus ein sich rasch entwickelnder Spross. Dies ist das Zeichen zum Umtopfen der Pflanze. Die Pflanzen werden aus ihrem alten Topf gehoben, die Wurzeln werden deutlich zurückgeschnitten, wobei ein kurzer Rest der Wurzeln stehen bleibt. Dies hilft dabei, die Pflanze im neuen Substrat besser zu verankern.

Das Umtopfen erfolgt genau zu dem Zeitpunkt, an dem der junge Sproß mit der Wurzelbildung beginnt. Vorsichtige Orchideenliebhaber pflanzen sogar noch früher, dann, wenn der Neutrieb noch sehr klein ist, um zu vermeiden, dass der junge Sproß beim Topfen beschädigt wird. Man kann unterschiedliche Pflanzsubstrate für Calanthe rubens verwenden und wird keine großen Unterschiede im Wachstum der Pflanze beobachten. Allerdings benötigen Calanthe rubens eine gute Düngung, da der junge Sproß schnell wächst. Darüber hinaus fördert ein lockeres Substrat das Wachstum der Pflanze. Ein lockeres Substrat erlaubt es den Wurzeln, dieses leichter zu durchdringen, was Calanthe rubens mit besserem Wachstum dankt. Wird hingegen ein kompaktes Substrat gewählt, entwickelt Calanthe rubens weniger Wurzeln und die Pflanze bleibt insgesamt kleiner. Wenn die Pflanzen im vollen Wachstum sind bekommen sie täglich Wasser, und wenn der Topf viele Pseudobulben beherbergt, kann sogar ein mit Wasser gefüllter Untersetzer verwendet werden, um die stetige Wasserversorgung zu gewährleisten.

Calanthe ist einer der wenigen Pflanzengattungen, bei der ein einzelner, vollentwickelter Pseudobulbus zu Blüte kommt, ohne auf die Reserven eines alten Bulbus angewiesen zu sein. Daher wird Calanthe rubens jedes Jahr beim Umtopfen geteilt. Je nach Laune können diese vereinzelt werden oder in einen Gemeinschaftstopf gepflanzt werden. Solange Licht- und Wasserzufuhr passen, gibt es für die Anzahl an Pseudobulben je Topf keine wirkliche Grenze. Wird ein Substrat mit reichlich organischem Dünger, sprich Mist verwendet, dann wird dem Giesswasser kein Flüssigdünger beigemischt. Bis zu einem Drittel des Substrats kann hierbei aus Mist bestehen.

In Puerto Rico reift der neue Sproß während des Sommers, wenn es nahzu täglich regnet und die Temperaturen bis über die 30 Grad Celcius Marke steigen. Sie blühen in der kühleren Jahreszeit, in der es teilweise einen Monat oder länger nicht regnet.

Volle Morgensonne schadet nicht, schattiert werden die Pflanzen im Freien erst ab c.a. elf Uhr morgens. Zu starke Sonneneinstrahlung verbrennt die Blätter und hinterlässt häßliche gelbe Flecken und tote Gewebepartien. Pflanzen, die ganz im Schatten gezogen werden sind schwächer im Wuchs und blühen weniger als solche, die gerade genug Sonne abbekommen. Es erfordert ein wenig Erfahrung und Fingerspitzengefühl, im Garten den richtigen Platz zur erfolgreichen Pflege zu finden. Eine leicht gelbliche Färbung der Blätter zeigt an, dass die Pflanzen eine tolle Blüte bilden werden.

Calanthe Grouville wird wie Calanthe rubens gehalten, jedoch wird den erheblich größeren Bulben bei der Pflege Rechnung getragen. Die Pseudobulben können die Größe einer Avocado erreichen und schieben ein herrliches, gefälteltes Laub. Unter tropischen Bedingungen zeigt sie ein phantastisches Wachstum und bildet manchmal sogar zwei Neutriebe an einer Pseudobulbe. Der Blütenstand kann eine Länge von über einem Meter erreichen! Die Einzelblüten selbst sind nicht besonders langlebig, werden aber nach und nach an dem länger werdenden Blütenstand gebildet. Ein bis drei Blüten können gleichzeitig geöffnet sein. Problematisch kann das ungehemmte Wachstum der Calanthe Grouville bei guter Pflege werden. So kann sich die Anzahl der Pflanzen jährlich mehr als verdoppeln. Da die Pflanzen nicht gerade klein sind, wird es zunehmend schwierig, genügend Platz für sie zu finden.

Am schönsten blüht Calanthe Grouville mit ihren ersten Blüten am Blütenstand, mit zunehmender Länge des Blütenstands biegt sich dieser nach unten und kann den Boden erreichen, was ihn nicht von weiterem Wachstum abhält. Besonders schön anzusehen ist Calanthe Grouville, wenn sie zu vielen Exemplaren gleichzeitig in Blüte steht.

Werden die laubabwerfenden Calanthe in der Ruhezeit zu feucht gehalten, dann faulen die Pseudobulben. Ansonsten sind sie im Freiland nicht übermäßig anfällig für Schädlinge.

Eine Besonderheit soll nicht unerwähnt bleiben: Manchmal bilden sich auch an der Spitze der Pseudobulben junge Pflänzchen aus. Calanthe rubens hat Pseudobulben, die in der Mitte abgeschnürt erscheinen. Bei grober Behandlung bricht der obere Teil der Pseudobulbe ab. Keine Panik, dieser obere Teil kann liegend getopft werden und so zur Vermehrung der Calanthe rubens beitragen.“

Großes Verwirrspiel: Calanthe vestita var. rubra ?

Calanthe vestita var rubra by Eike Jauch

Diese wunderschön blühende Calanthe macht mir das Leben wirklich schwer. Nicht etwa, weil ihre Pflege schwierig wäre – nein, sie ist so einfach zu halten wie alle laubabwerfenden Calanthe. Auch nicht, weil sie so schwer zu bekommen wäre: Im Gegenteil, sie befindet sich zur Zeit des öfteren im Handel.

Schwierigkeiten macht mir diese Calanthe, weil sie mit so vielen verschiedenen Namen gehandelt wird.

Meine erste Pflanze habe ich als Calanthe rubens gekauft. Nachdem ich die Blüte sah und das Internet durchforstet habe glaube ich daran allerdings nicht mehr.

Die zweite Pflanze habe ich als Calanthe vestita var. rubra gekauft … könnte sein, oder auch nicht. Es erscheint mir zumindestens der wahrscheinlichste Namen zu sein.

Darüber hinaus wird sie mit dem verkaufsfördernden Namen Calanthe Species ‚Ruby Stars‘ angeboten – eine solche Pflanze wurde zumindest noch nie registriert, weshalb ich die Bezeichnung als höchst irreführend betrachte. Bei einer sochen Namensgebung geht es nicht um die Information des Kunden darüber, was für eine Pflanze er kauft, sondern allein darum, sie möglichst gut zu verkaufen. Sie als Species anzubieten, ohne die Art zu benennen, empfinde ich als eine besonders dreiste Frechheit.

Ich bin selbst gespannt, wann sich das Rätsel um diese schöne Calanthe auflösen wird. Vielleicht findet sich unter den Lesern jemand, der sich auf laubabwerfende Calanthe-Arten und deren Hybriden spezialisiert hat? Bitte melden!

 

 

Oft verwechselt: Gastrorchis pulchra und Gastrorchis humblotii var. schlechteri

Gastrorchis pulchra by Eike Jauch.jpgGastrochis pulchra blüht! Unerwartet, da ich die Pflanze als Phaius schlechteri (Gastrorchis humblotii var. schlechteri) gekauft habe.

Erst bei genauerem Hinsehen und bei der Kenntnis der Merkmale, auf die zu achten sind, fällt die Unterscheidung leicht. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal findet sich im hinteren Teil der Lippe: Bei Gastrochis pulchra findet sich dort ein gelb gefärbter, schwach ausgeprägter vierteiliger Callus, der mit vielen Härchen besetzt ist. Bei Gastrorchis humblotii var. schlechteri ist der Callus viel ausgeprägter, lediglich zweihöckrig und nackt.

Gastrochis humblotii var. schlechteri hat zwar auch sehr helle Petalen und Sepalen, diese sind aber meist mehr oder weniger rosa überzogen. Die Kelch- und Blütenblätter von Gastrochis pulchra hingegen sind rein weiß.

Auch die Brakteen können ein Unterscheidungsmerkmal sein. Bei Gastrochis pulchra sind sie grünlich, bei Gastrorchis humblotii var. schlechteri hingegen weißlich.

Die Laubblätter sind bei oben gezeigter Art schmal und länglich, bei Gastrorchis humblotii var. schlechteri hingegen deutlich breiter.

Gastrochis pulchra gedeiht bei mir im kühlen Bereich. Sie steht in großen Töpfen, da sie ein ausgeprägtes Wurzelwachstum zeigt. Sie wurde 1955 von Humblot und Perrier erstmalig beschrieben und ist auf Madagaskar endemisch. Dort gedeiht sie in moosigen, feuchten, immergrünen Wäldern an schattigen Standorten, in Höhen zwischen 400 und 2000 Metern.

Ihren Namen hat sie wegen der Schönheit ihrer Blüten erhalten. Lateinisch „pulcher“ bedeutet schön. Übersetzen könnte man ihren Namen als mit „schönblühende Gastrorchis“. Lange Zeit war sie auch als Phaius pulcher im Handel.

Es gibt eine alba-Varietät der Gastrochis pulchra, bei der nur noch das Gelb des Callus und eine Gelbfärbung an den oberen Rändern der Lippe vorhanden sind. Diese Gastrorchis pulchra var. alba ist ein Elternteil der zur Zeit im Handel befindlichen Gastrochis Georges Fleurié. Der andere Elternteil ist  Gastrorchis humblotii var. schlechteri. Ich habe diese Hyrbide am 17. Januar in meinem Blog vorgestellt.

Gastrochis pulchra ist ein Elternteil der in den USA so populären Gastrophaius Micro Burst (2001 von E.F.G. Orchids registriert). Hier ist der zweite Elternteil Phaius tankervilleae.